Xinnian Kuaile (Happy New Year)

Für das chinesische Neujahrsfest treffen wir uns wieder mit Kollegen im Freelancer-Apartment im 20. Stock. Draußen wird bereits geböllert und gefeuerwerkt wie blöde. Wir genießen die Aussicht vom Balkon, auch wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen. Unter uns bringen ein paar Männer zwei große Kisten mit einer Sackkarre in Position.

A: Ui, schau mal, was die da rumschleppen.
B: Scheiße der zündet das an! REIN IN’S ZIMMER!

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5 Sekunden später explodieren die ersten Raketen in Augenhöhe und mit ohrenbetäubendem Knall. Wir machen gerade noch die Balkontür zu und zücken unsere Kameras. Der erste Adrenalinschub dieses Abends. Und was für ein Spektakel.

Mit einem guten Dutzend Kollegen machen wir uns auf die Suche nach etwas essbarem und natürlich haben wir ein Problem. Gegen 21 Uhr sind bereits alle Restaurants dabei, dicht zu machen. Die Wahl fällt auf einen Pizza-Hut-Lieferservice direkt vor der Haustür und Bier gibt es zum Glück in den 24h-Supermärkten. Neben uns werden bereits jetzt schon überall Gurte mit Böllern abgefackelt, so dass wir uns die Ohren zuhalten müssen. Aber niemand bewirft andere mit Böllern, wie beruhigend. Eine Familie mit Kleinkind steht am Straßenrand und zündet Kanonenschläge, das Baby gluckst und gackert begeistert.

Mitternacht. Wir machen uns auf den Weg Richtung Dach, und zum Glück haben 2 andere Westler bereits die Dachterassentür aufgekriegt, was uns Kletterarbeit durch Fenster und über Rohre erspart. Einen Countdown gibt es nicht, denn schon 10 Minuten vorher geht um uns herum Shanghai in Flammen auf. Was hier alles in den Himmel geschossen wird ist ohrenbetäubend und atemberaubend – und natürlich kaum auf Fotos festzuhalten.

Feuerwerk von obenFeuerwerk über Shanghai

Wir feuern unsere Raketenbox ab und müssen feststellen, dass wir ziemlich jämmerlich wirken mit unseren 120 Yuan-Dingern. Mein 10.000er-Patronengurt mit der 5mm-Zündschnur verpufft innerhalb von wenigen Sekunden. Ich glaube ja, da hat man sich um eine Null vertan. Man muss wohl doch etwas tiefer in die Tasche greifen für ein richtiges Spektakel. Wohlgemerkt, kaufkraftbereinigt entsprach unser Sortiment bereits gut und gerne 150 Euro!

Nach einer halben Stunde wird der Pulverdampf zu einem dichten Nebel. Dazu hat es pünklich zu Neujahr angefangen zu schneien. Direkt vor unserem Wohnblock werden weitere Raketen in Stellung gebracht, und die reichen diesmal bis zum Dach. Der 2. Adrenalinschub dieses Abends, denn der Funkenregen geht direkt auf uns nieder, und der Knall ist nicht von schlechten Eltern.

Feuerwerk auf dem DachClose Encounter

Langsam wird mir mulmig, aber auch kalt. Und irgendwann haben auch die Chinesen genug geböllert. Inzwischen sieht man die gegenüberliegende Hauswand nicht mehr durch den Pulvernebel. Schließlich scheucht uns ein Wachmann der Wohnanlage vom Dach und es geht zurück ins Warme.

Was für ein Erlebnis.

Feuerwerk

Feuerwerk-VerkäuferFeuerwerk

Das Sortiment eines Feuerwerksverkäufers und unsere Ausbeute. (Obst und Bier sind nicht explosiv)

Böller statt Brot

Samstag, 13. Februar, erster Tag des Frühlingsfests und Feuerwerkstag. An einer Bude am Straßenrand werden Kracher in allen Größen und Preisklassen feilgeboten. Für die Kleinen z.B. ein halbes Dutzend Chinaböller für 10 RMB.

Ich entscheide mich für eine 10.000er Packung Ladycracker, ein 3 Meter langer Gurt mit einer höchstens 1 cm langen Zündschnur. 7 Euro. Für chinesische Verhältnisse schonmal nicht ganz billig, da bietet mir der Verkäufer stolz eine Kiste an, die er hinter sich im Regal stehen hat. Ich erkenne nur den Preis – 480 Yuan – und winke ab. Das ist mehr als ich gestern für ein Essen im 3TOP inklusive Cocktails ausgegeben habe.

Am Nachmittag genehmigen wir uns noch einen Kaffee. Gerade noch rechtzeitig, denn um 5 schließen alle Geschäfte und es wird leer auf den Straßen, selbst am People’s Square, wo es samstags normalerweise vor Menschen wimmelt. Dafür fängt bei Einbruch der Dunkelheit die Knallerei an. Am Straßenrand bringen ein paar Jugendliche ein paar Böller in Position. Als sie nach dem Anzünden davonrennen habe ich das dumme Gefühl, dass mein deutscher Sicherheitsabstand womöglich nicht reichen wird. WUMMS. Mit der ersten Explosion werden ihre Dynamitstangen 5 Meter in die Luft gefeuert, wo sie mit einem zweiten Donnerschlag in rote Schnipsel zerfetzt werden. Chinesisches Feuerwerk legt es vor allem darauf an, laut zu sein. Natürlich gibt es auch bunte Raketen, aber auch die explodieren zusätzlich mit lautem Knall und einem hellen Blitz.

Tiger Tiger Tiger

Shanghai macht sich bereit für das anstehende Neujahrsfest. Unsere Kollegen freuen sich auf die Heimreise zur Familie, und bei Einbruch der Dämmerung krachen die ersten Böller und Raketen. In den Einkaufszentren geht es zu wie in Deutschland am 23. Dezember und das Sternzeichen für 2010 – der Tiger – wird auf absolut allem abgedruckt was man bedrucken kann. Der Rest wird zumindest mal rot eingefärbt.

Meinen ersten Tiger habe ich gleich nach meiner Ankunft in der Firma überreich bekommen. Für alle Mitarbeiter gab es rote Schachteln mit einer Glückwunschkarte und einer Packung Ferrero Rocher.

Gold tut es den Chinesen an, denn auch die Schrift auf dem Säckchen bedeutet irgendwas mit “reich werden”. Traditionell schenkt man Kindern rote Umschläge mit Geld drinnen. So weit ging die Firma dann doch nicht 🙂 Aber süß isser ja, der kleine. Es gibt in den Geschäften auch ganz andere Genossen, die aussehen als wären sie letztes Jahr als Kuh verkauft worden und würden nächstes Mal mit minimalen kosmetischen Änderungen nochmal als Hase durchgehen können.

Ich bin gespannt, was mich in den kommenden Tagen erwartet. Wikipedia zu Folge geht das ganze Gefeiere und Geböllere 15 Tage lang…

Tiger auf der Kleenex-Packung:

mehr Tiger:

seltsamer TigerTiger-Prinzessin

Zurück

Nach fast einem Monat Urlaub zu Hause – der Grund für das Ausbleiben weiterer Shanghai-Berichte – geht es nun wieder zurück nach China. Für kurze aber arbeitsintensive 3 Wochen. Aber zumindest während des chinesischen Neujahrsfest wird es das eine oder andere Lebenszeichen von mir geben bevor mein Reisetagebuch zugeklappt werden wird.

Mit im Gepäck: Eine Packung Lindt-Schoki für chinesische Kollegen. Ich glaube, damit tue ich ihnen einen größeren Gefallen als meinen deutschen Freunden, denen ich damals aus Shanghai ein buntes Snack-Allerlei bestehend aus eingelegtem Tofu, eingeschweißten Hühnerfüßen und sonstigem abgelaufenen Glibber (in bunter Verpackung) mitgebracht habe.

How To Report The News

A spotlight on the visual language of TV news and a funny template for almost every damn report on BBC and CNN nowadays.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=YtGSXMuWMR4

I love the youtube comments that pick up the tone of the video:

This is an immature comment using various words related to genitals to insult a random person for no particular reason.

Bag Face

faces in places… found in a department store in Munich.